5 Zeichen des Neids SoulBlog Soulphone Youssef Zemhoute

Neid ist eine grauenhafte Situation. Stellen Sie sich vor, Sie sind liquid, Sie haben einen Ort zum Schlafen, sind in einer Beziehung, haben Freunde und Familie, aber Ihnen missfällt die schiere Gegenwart gewisser Menschen? So wird aus allem, was Sie zu besitzen glauben, die Hölle. Immer geht es anderen besser als Ihnen, obwohl Sie es eher verdient hätten, denken Sie. Was ist das für ein Leben? Neidische Menschen kriegen nie genug, denn sie sind zu sehr mit den Leben anderer Menschen beschäftigt anstatt mit ihrem eigenen. Es ist daher immer der Fall, dass Neider große Persönlichkeitsstörungen haben, von denen sie sich ablenken wollen. Schließlich ist alles erreichbar, sofern man es will. Neider wissen nicht, was sie wollen. Sie wissen nur, dass es anderen nicht gut gehen dürfe. Im Folgenden führe ich fünf Zeichen des Neids auf, um Ihnen zu erleichtern, Neider zu erkennen und sich selbst zu hinterfragen. Nichts brennt heller als Neid, denn man erkennt ihn am Gesicht. Dabei handelt es sich nicht um Missgunst, die eher oberflächlich ist. Neid ist, dass man sich wünscht, jemand hätte nicht das, was er hat. Im Folgenden führe ich fünf Merkmale auf:

Sie beobachten ständig Menschen, die Sie nicht mögen.

Wenn Sie sich häufig dabei erwischen, wie Sie Menschen beobachten, die Sie nicht mögen, hängt dies wohl damit zusammen, dass Sie ihnen etwas neiden. Sie finden heraus, was es ist, sobald Sie wissen, WARUM Sie sich das antun. 

Sie sind ein notorischer Vergleicher.

Wenn Sie sich häufig dabei erwischen, wie Sie Menschen nicht nur beobachten, sondern auch Vergleiche anstellen, dann ist es Ihr Hobby. Je mehr Sie dabei unterschiedliche Menschen miteinander vergleichen und Schlüsse ziehen, desto tiefer sitzt Ihr Neid. 

Sie sind in ihren Rollen gefangen
und können nicht jenseits dessen denken.

Manche Neider führen selbst ein sehr einfaches Leben, wenn es um Spiritualität geht. Sie sind völlig in ihren Rollen aufgelöst und definieren sich grundsätzlich auch nur über ihre Rollen. Dies fügt ihrem Neid mehr Stoff zum Verarbeiten bei. Man wünscht sich nämlich eine höhere Anzahl von Rollen, und manchen anderen Menschen einen Rollenverlust. Nur ein Neider sieht einen Rollenverlust als Schaden. 

Sie verstehen nicht, wie gut es Ihnen geht
oder wie schlimm es anderen geht.

Ein Glaubenssatz bei Neidern ist, dass sie glauben, sie sähen alle Lebensarten und wüssten, was beneidenswert wäre und was nicht. Neid entwickelt sich jedoch gerade dann heraus, wenn es lange Zeit an Reflexionen mangelt. Wer nicht über sein eigenes Leben nachdenkt, der wird keinen Zugang zu seinem Inneren finden. Im Rollenbewusstsein gefangen wird ein Mensch immer nur das sehen, was seinen Rollen entspricht. 

Haben ist Ihnen wichtiger als Sein. 

Wie ein Mensch ist, interessiert Sie wenig. Sie schauen nur darauf, was er hat bzw. besitzt. Wer etwas hat, steigt in Ihren Augen auf. Wer weniger hat, sinkt in Ihren Augen. Wie jemand ist, bedeutet Ihnen überhaupt nichts, wenn er wenig oder nichts hat. Für Sie zählt das Haben allein. In erster Linie interessieren Sie sich für einen Menschen überhaupt erst dann, wenn er etwas hat. Häufig auch, wenn er etwas "hat", was Sie nicht haben. Das ist der Kern jedes Neids, bzw. jedes Neidempfindens. 

Und dies ist eben der wichtigste Aspekt. Neid ist eine komplexe Angelegenheit, weil es sich zwar aus Gefühlen und Gedanken ernährt, aber tiefer als beide sitzt. Der Blick auf die Welt stimmt nicht ganz. Letztendlich hängt es mit der Erziehung zusammen, ob ein Mensch neidisch wird und mit seinem Selbstbewusstsein, ob er neidisch bleibt. Dass dieses Empfinden schädliche Folgen für soziale Strukturen hat, liegt auf der Hand. Die einzelne Person stirbt hingegen tausend Tode und leidet am meisten. Man darf Neid auch nicht mit Ehrgeiz verwechseln, bei dem man sich bloße Rivalität wünscht. Beim Neid wünscht man sich, dass die Beneideten Schaden nehmen, aus welchen Gründen auch immer ist zweitrangig. Das Sein existiert für einen Neider nicht, weshalb er Gesundheit auch als etwas zu Habendes definiert. Achten Sie auf Ihr Empfinden und finden Sie heraus, warum Sie Neid empfinden. In der Logik hat Neid einen sehr geringen Wert anlässlich der Tatsache, dass jeder von uns sowieso eines Tages so nackt aus der Welt ausscheiden wird, wie er in sie gekommen ist. Was dann noch zählen wird, ist nicht sein Hab und Gut, sondern wie er die Welt hinterlassen hat. Um sich den Irrsinn des Neids zu verdeutlichen, führen Sie sich die gesellschaftliche Haltung zu Obdachlosen vor Augen. Viele Menschen sehen Obdachlose als Verlierer, die sich von allen Verpflichtungen lossagen. Das ist natürlich nicht der Fall. Sie reduzieren nämlich nur ihre Verpflichtungen auf die wesentlichsten, nämlich Hunger, Schlaf und Geselligkeit. Zudem liegt es nicht an ihnen, dass sie auf der Straße leben müssen, sondern eher an der Gesellschaft, die sie nicht in ihre Mitte aufnimmt. Obdachlose werden gering geschätzt und beneidet, weil sie eine Freiheit ausleben, dessen Konsequenzen in hiesigem sozialen Rahmen sehr schlecht belohnt wird. Dennoch werden sie beneidet und getadelt, weil sie so weiterleben. Das Ende eines Obdachlosen ist allerdings genauso wie das einer fleißigen Büroassistentin. Von ihnen bleibt nur das übrig, was sie in ihrem Herzen waren und gelebt haben.