Der Untergang der symbolischen Führung

Der Begriff HR und genauso Begriffe wie "Change Management" und "Employer Branding" sind recht unverschämt, wenn man ihre Bedeutungen herunterbricht. Der Mensch sei eine Ressource. Und Ressourcen werden geschürft. Da steckt nichts Tiefschürfendes hinter außer dieser ideologischen Entmenschlichung des Menschen. Wer HR liest, sieht, hört und schreibt, der darf keinesfalls Kreativität oder Potentialentfaltung damit assoziieren. Es ist eine Beschönigung von ideologisierten Weltbildern. Genauso ist der Begriff "Change Management" nichts anderes als Phraserei. Das Koordinieren von Veränderung ist Blödsinn, und nur ein weiteres Tool für symbolische Führung. Übrigens ist Employer Branding das interessanteste Phänomen. Der Umgang mit Personal wird plakativ marktanalog verunstaltet. Dadurch wird der Schock für die Arbeitnehmer größer, wenn sie merken, dass es gar nicht so lächelnd, grinsend und freudig wie in den Werbungen des Unternehmens abläuft. Schade eigentlich! Employer Branding ist allerdings fataler, weil die Unternehmen als Betrieb öffentlich torpediert werden. Die Firmen sollten die Gehälter erhöhen, wenn sie langfristig bestehen wollen. Ansonsten heißt es bald für sie: Hübsch rausgeputzt, hat nichts genutzt. Symbolische Führung ist Vergangenheit. Sie ist Geschichte. Da die Märkte sich rasant verändern und innovative Produktivität immer entscheidender wird, in jeder einzelnen Branche, braucht niemand einen toxischen Teamleiter oder Leiter oder Manager, der nichts anderes zu tun hat außer die Mitarbeiter zu vergraulen oder unter Druck zu setzen. Und wenn doch, dann wird es diese Unternehmen bald nicht mehr geben, denn es gibt immer mehr Unternehmen, wo man besser verdient und für die halbe Leistung gelobt wird. 

Der Untergang der symbolischen Führung Youssef Zemhoute