Venture Capital & Unternehmensnachfolge

Venture Capital & Unternehmensnachfolge

Venture Capital & UnternehmensnachfolgeBuy-out. Bekannter sind die Begriffe Unternehmenskauf oder Unternehmensübergabe bzw. Unternehmensnachfolge. Was versteht man darunter? Stellen Sie sich vor, Sie besitzen ein kleines Familienunternehmen in der 2. Generation, wobei Sie sich gar nicht für Damenschuhe interessieren. Nichtsdestotrotz soll das Unternehmen mit 55 Angestellten und einem linearen Umsatz weiterhin bestehen bleiben und erneuert werden. Diese Aufgaben wollen Sie allerdings nicht wahrnehmen. Es gibt mehrere Möglichkeiten diese Sache anzugehen, von denen ich drei herausstechende Wege hervorhebe:
1. Sie fahren das Familienunternehmen an die Wand oder lösen es auf.
2. Sie führen das Familienunternehmen weiterhin als Familienunternehmen in eigener Hand.
3. Sie verkaufen das Familienunternehmen an jemand anderen, der es fortsetzen will.
Alle drei Wege sind legitim. Der erste Weg ist zwar selten beabsichtigt, aber es gibt schwierige Familien und auch schwierige Familienunternehmen. Sie können sich nicht vorstellen, dass Unternehmen zu verlieren, wollen es auch nicht selbst weiterführen. Diese Schizophrenie der Eitelkeiten führt häufig zu Eskalationen innerhalb des Familienunternehmens, aber auch innerhalb der Wirtschaft und Gesellschaft. Für solche Familienunternehmen ist die Unternehmensnachfolge ideal. Später kann man immer sein eigenes Unternehmen gründen in einer Branche, die einem mehr zusagt. Das Familienunternehmen für Damenschuhe in 2. Generation ist für Sie aber nicht attraktiv. Sie wollen es der 1. Generation, den Angestellten und dem Geschäft recht machen und entscheiden sich dazu, einen Nachfolger zu finden. Es gibt diverse Portale, auf denen man Unternehmen vorstellen und zum Verkauf anbieten kann. Ich rate immer dazu, den lokalen Weg einzugehen und sich mit Geschäftsleuten aus der gleichen Branche und der gleichen Region zu einigen. Bestenfalls trifft man auf einen geschickten Geschäftsführer, der bei guter Unternehmensführung seine Gesellschaftsanteile sichern kann. Somit bleiben die wirtschaftlichen Aspekte in bürgerlicher Hand.

Buy-out, Unternehmensnachfolge oder Unternehmenskauf Mediator Youssef Zemhoute SoulphoneFamilienunternehmen sind Bürgern näher als andere Unternehmen. Warum ist das wichtig? Die meisten Unternehmenskäufe werden von Konzernen getätigt, die sich für kleine Damenschuhgeschäfte selten interessieren, aber nichtsdestotrotz ihren Umsatz künstlich steigern wollen. Das geht über angekaufte Unternehmen, deren Umsätze man kapitalrechtlich zu den Konzernumsätzen addieren kann. An solche Konzerne sollten Sie ein Familienunternehmen nie verkaufen. Jeder Konzern macht aus jedem Familienunternehmen ein Abakus-Unternehmen; so lange es sich „rechnet“, bleibt es. Dieses Rechnen von Konzernen ist irrational, da steigende Zahlen nicht immer ein Zeichen von Qualität sind, sondern lediglich von Liquidität. Qualität und Liquidität gehen aber nicht einher. Man kann auch mit großer Liquidität keine Qualität kaufen. Es mag Experten geben, die darüber mit mir streiten wollen, aber ich betrachte es historisch. Die Liquidität hat sich immer als Gewalt mit negativen Konsequenzen herausgestellt. Wie hoch der Wert eines Unternehmens ist, kann man nicht anhand der Umsatzzahlen erkennen, sondern anhand des Geschäftsmodells und seiner Skalierbarkeit. Deshalb muss man immer einen Faktor nutzen, der das Vielfache des Unternehmenskapitals darstellt. Sagen wir mal, das Damenschuhgeschäft hat einen linearen Jahresumsatz von 14 Mio €. Das Fünf- oder Zehnfache davon kann als Unternehmenspreis vereinbart werden. In wenigen Monaten bereits kann man das Geschäft abwickeln, sofern es sich um einen zahlungskräftigen Nachfolger handelt. Oder aber man passt den Gesellschaftsvertrag an die Unternehmensnachfolge an. Bspw. der bürgerliche Geschäftsführer, der Damenschuhgeschäfte liebt oder die Damenschuhexpertin, die sich als Geschäftsführende Gesellschafterin gut machen wird. Die Wege sind breit, lang oder kurz und vielfältig. Ein Familienunternehmen sollte stets auf Basis eines Gesellschaftsvertrages gegründet werden, damit kein böses Blut entsteht. Ist dies in einer Generation nicht getan worden, dann muss es die nachfolgende Generation tun, was schwierig genug sein wird. Fehlt der Wille innerhalb der Familie, sich zu einigen und schafft auch eine Familienmediation keine Abhilfe, dann kommt es zu Katastrophen. An einem Familienunternehmen hängen nämlich mehrere Existenzen, Berufe und Arbeitsplätze. Bröckelt ein Familienunternehmen, dann bröckelt immer auch ein bisschen die lokale Gesellschaft mit. Deshalb ist die Unternehmensnachfolge auch eine gesellschaftliche Verantwortung.

Buy-outs gibt es auch bei vielen Startups, wobei dies eine US-amerikanische Kultur darstellt. Der Investor kauft die Gründer aus dem Gesellschaftsvertrag. Hat man den geringeren Prozentanteil auf seiner Seite, dann schafft jeder Investor das auch vor Gericht zu verteidigen. Daher sei Gründern angeraten, sich immer die Mehrheit der Gesellschaftsanteile zu sichern. Es ist besser für 500€ ein IT-Unternehmen zu gründen als mit 5 Mio € und zwei Investoren oder Business Angels. Man wird die Gründer immer bevormunden, wobei es immer um die Liquidität und Investmentsicherheit geht. Beim Gründen eines Unternehmens gibt es allerdings immer Risiken. Diese Risiken darf der Gründer in einer solchen Beziehung nicht auf sich abwälzen lassen. Daher sei auch hier eine persönliche Beratung ans Herz gelegt, denn es gibt sehr viele Gründer, die nicht nur bestohlen werden, sondern auch schlichtweg herausgekauft. Es ist legal und passiert auch professionellen Gründern, weil sie glauben, man müsse den Investoren einen Vertrauensvorschuss geben. Das darf man niemals tun, denn die Liquidität des Investors ist nichts Besonderes. Man bekommt sie auch aus der Gesellschaft in breiterer Form, wenn man sich der Gesellschaft zuwendet und die offenen Märkte bedient.

Auch darf man nicht unterschätzen, dass andere Familienunternehmen sehr gerne ein neues Familienunternehmen übernehmen können. Sie sollten lediglich aus der gleichen Stadt sein. Was lernen wir aus diesen Aspekten? Buy-out, Unternehmensnachfolge oder Unternehmenskauf ist ein umfangreiches Thema, das immer eines spezifischen Blickes bedarf. Sie können sich das deutsche Recht und Bücher über Ökonomie zu Gemüte führen oder Sie wenden sich an einen Berater, der beides getan hat.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen gute Geschäfte und Gesundheit.

Herzliche Grüße,
Youssef Zemhoute

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