Spirituelle Aspekte des Feminismus

Feminismus muss man als das Weibliche Prinzip der Spiritualität verstehen. Und ich bin sehr froh, dass Frauen zunehmend kooperieren und ihr eigenständiges Leben aufbauen; unabhängig unterstützen sie einander und stehen Seite an Seite. Unglücklicherweise lastete der Patriarchalismus für zu viele Jahrhunderte dort, wo Macht ausgeübt wurde. Wo auch immer Misogynie existiert, wird sie von einer geistigen Macht hoch gehalten. Nichtsdestotrotz hat Feminismus eine sehr tiefe Bedeutung im spirituellen Sinne. In einer neoliberalen Welt aufwachsend, die sich über Zerstören und Zersprengung von Identitäten definiert (, wodurch es zur Last wird alle Anteile beieinander zu halten), habe ich immer die innige Gewalt gespürt, die die Gesellschaft hinunter wanderte, in die Herzen unschuldiger Kinder. Die schlimmste Gewalt ist die Gewalt gegen die Seele, die aus zwei Prinzipien erwächst. Ich spreche über das Männliche und über das Weibliche Prinzip. Beide schaffen ein spirituelles Fundament starker Persönlichkeiten, die über sich selbst hinauswachsen wollen, allerdings innerlich und nicht äußerlich. Die Grundsätze der Persönlichkeit, Leben und Verstand finden sich gespiegelt in der jeweiligen Seele wieder. Wir verstehen die Menschenseele durch Annäherung an diese zwei Prinzipien besser. Wenn wir den Unterschied zwischen beiden Prinzipien analysieren, erkennen wir auch die unausgeglichenen Realitäten. Das Männliche Prinzip beherrscht unseren Alltag im 21. Jahrhundert. Aktivität, Engagement, Hin- und Herbewegen, Mobilität, Produktivität usw. sind alles Gesichter des Männlichen Prinzips der Spiritualität. Wir untergraben daher das Weibliche Prinzip der Spiritualität, das aus Ruhe, Weichheit, Verbindung, Denken, Gelassenheit, usw. besteht. Ich würde sogar sagen, dass diese Aspekte in den meisten unserer modernen Gesellschaften verboten sind. Indem wir die kraftvollen Aspekte des Weiblichen Prinzips unterschätzen und verbieten, haben wir den spirituellen Gleichgewichtssinn ineinander zerstört. Wir alle neigen dazu, Grenzen zu überreizen, ohne uns mal zurückzunehmen. In den Tiefen unseres individuellen Bewusstseins liegt eine riesige Belastung. Es ist die Last der Verantwortung, die mit der Macht zusammen kommt. Andererseits gibt es keinerlei Macht in uns, wenn das Gleichgewicht nicht existiert. Deshalb neigen wir dazu, außerhalb von uns nach Macht zu suchen, da wir des Weiblichen Prinzips enthoben sind. Unsere Psyche ist in einem patriarchalischen Verständnis der Existenz auf Macht gerichtet. Dies führt zur Angleichung der Geschlechter in ihrem äußeren Erscheinungsbild. Da wir die menschliche Natur anhand oberflächlicher Kriterien wie Aussehen und Kleiderordnung verstehen, suchen wir immer noch nach einer inneren Macht, die diese oberflächlichen Realitäten ändert. Wir respektieren die Entscheidungen aus dem Weiblichen Prinzip nach innen kaum, wenn sie nicht als patriarchalisch respektabel eingestuft werden. Diese Paradoxien verwirren Frauen und Männer gleichermaßen. Frauen müssen nicht nur leben und gegen alle Widrigkeiten kämpfen, nein, sie müssen alle Verwirrungen in ihrem Leben geistig verarbeiten, indem sie patriarchalische Phantasien leben. In Bezug auf Männer und männliche Lebensstilprobleme führt der fehlende Teil des Weiblichen Prinzips zu einer tiefen Persönlichkeitskrise bei jedem Mann auf diesem Planeten. In ihm ist das Weibliche Prinzip ebenfalls eine innere Wahrheit. Das auffälligste Merkmal eines "modernen" Mannes ist seine verzweifelte Suche nach einer Frau, die ihm selbst Komplimente machen soll. Sein innerer Durst nach weiblichen Aspekten wird in die Außenwelt gedrängt und quält sein Bewusstsein als eine immerwährende Projektion. Jede Frau für ihn ist eine Personifikation seiner eigenen inneren weiblichen Enthauptung. Wenn er seine schreckliche Suche beenden würde, müsste er nach dem Weiblichen Prinzip suchen. Dieses Prinzip findet sich aber nur im Inneren eines Menschen. Diese unendliche Geschichte führt zu vielen unruhigen Beziehungen, weil am Ende jede Frau als Objekt und möglicher Sexualpartner betrachtet wird, und Männer ebenso. Die Projektionen der Menschen sind so stark, dass sie das Sozialverhalten verändern können. In erster Linie richtet sich das Verhalten nach Frauen aufgrund ihrer sexuellen Identität. Frauen verkörpern das Weibliche Prinzip, ohne es jemals ersetzen zu können. Unser Verstand macht das spirituelle Prinzip zu einem objektivierten Prinzip in der äußeren Realität. Wir sind Meister der Objektivierung. Und wir lieben Objekte, weil der Besitz von Objekten für das Ego der einzige Weg ist, sich als Subjekt anzunehmen. Wir leugnen die Macht unseres Bewusstseins aus einem Missverständnis der Würde, die eine Folge einer unausgeglichenen Spiritualität ist. Würde beginnt im Menschen und besteht höchstwahrscheinlich aus dem Männlichen und dem Weiblichen Prinzip. Diese spirituellen Prinzipien oder Prinzipien der menschlichen Spiritualität nähren unser Bewusstsein und machen unser Leben ausgeglichen und sinnvoll. Daher sollte der Feminismus als ein spirituelles Gegenmittel gegen das kranke Innenleben der menschlichen Natur angesehen werden. Heute ist das Innere des Menschen der einzige Ort, an dem man Probleme der Menschheit zurückverfolgen kann. Zumindest sollten wir uns gegenseitig die Chance geben, den feministischen Ansatz auf spirituelle Weise zu verstehen und dabei Bewusstsein, Spiritualität und Angelegenheiten der Seele neu zu begreifen. Als geistige, selbstbewusste Seele sehe ich das Leiden in allen Menschen, nicht nur in Frauen. ABER Frauen tragen die größere Last aufgrund des sozialen Drucks, auf den sie jede Sekunde ihres sozialen Lebens durch Gesellschaft UND Missverständnisse hingewiesen werden. Deswegen hat Misandrie heute eine real richtige Begründung, da das Männliche Prinzip unser zivilisatorisches Leben bestimmt. In diesem Jahrhundert werden wir das Weibliche Prinzip zurückholen müssen, damit auch alle anderen Menschen sich emanzipieren.