Shopping & Einkaufen lernen

Geld hat seinen Wert, aber vor allem auch Macht. In Ihrer Gegend erscheint Ihnen Ihr 5€-Schein als zu belächelndes Scheinchen, aber wenn sie durch die Einkaufsstraße gehen und die Ströme sehen, rechnen sie die Fluktuation mal hoch. Allein wenn es eine kleines Lokal ist, wo nur 2.000 Menschen pro Stunde vorbei gehen, so haben Sie immer noch 10.000€, die wandern. Dieser Geldbetrag wiederum auf sechs Stunden hochgerechnet, macht ca. 60.000€. Wohin fließt dieses Geld? Die Menschen haben es selbst in der Hand. So wie sie sich entscheiden, geben sie demjenigen Macht, der es bekommt. Häufig kann man mit seinem eigenen Geld diejenigen, fördern, die die eigene Macht bestärken. Beispielsweise ist es vielversprechend beim lokalen Bäcker einzukaufen, weil er unabhängig ist bzw. nur von dieser Nachbarschaft abhängig ist. Wenn Sie beim Kettenbäcker kaufen, bedenken Sie, dass er ganz und gar nicht von Ihrer Nachbarschaft abhängig ist, da er noch 300 weitere Filialen deutschlandweit hat. So verhält es sich mit jedem Geschäft in jeder Branche. Der Kunde bleibt König, wenn er seine Burgmauern nicht zerstört und seine Bauern und Schmiede ehrt. Die Wirtschaft muss sich so entwickeln, weil sie sonst verschleißt, zerreißt und die Gesellschaft auseinander geht.

Man muss auch bedenken, dass es bei transnationalen Kettengeschäften sehr selten um das Geschäft geht. Es geht um Gewinnmaximierung. Dagegen hätte ich nichts, wenn es nicht riskant für die Regionen wäre. Für Gewinnmaximierung sparen die Geschäftsführer zunehmend. Sie sparen aber falsch, nämlich bei Angestellten, Gehältern, etc. Diese Art des Kettengeschäfts ist natürlich nicht sinnvoll. In der Gastronomie gibt es eine Konstante; wann immer die Person im Laden nicht freundlich ist, ist sie nicht der Inhaber bzw. die Inhaberin. Besonders höfliche und präsente Persönlichkeiten müssen wiederum nicht die Inhaber darstellen. Man muss genauer hinschauen, evtl. auch fragen. Kettengeschäfte ziehen das Geld aus Gemeinden und Regionen ab, so dass die Besteuerung irrelevant ist. So kommt es zu einer wachsenden Verarmung der Gegenden. Nicht jedes Geschäft sollte Umsätze machen. Jeder möchte, dass die Innenstadt seines Wohnortes schön bleibt, pluraler wird und Geschäfte nicht nach und nach schließen. Dann sollte man richtig einkaufen. Man fährt immer gut, wenn man bei nicht-börsennotierten Konzernen einkauft bzw. weniger. Gerade aus deutscher Sicht ist dies fatal. Wir haben Ende 2018 noch immer keine Börsenumsatzsteuer. Jeder ausgegebene Euro bei einer AG kommt zu 90% nicht wieder runter in die Gesellschaft. Durch die kleinen Gehälter machen es die AGs nicht besser. Ihr Ziel ist wie gesagt ein stetig höheres Wachstum zu erreichen. Es gibt Unternehmen, die dieses Ziel nicht haben und andere Prioritäten setzen. Wenn man seinem Wohnort eng verbunden ist, sollte man in diesen Geschäften einkaufen, sofern sie anbieten, was man haben will. Das macht einen großen Unterschied aus. Wen man bezahlt, bei wem man einkauft, dem gibt man Macht. Eine Packung Zahnstocher für 1€ kaufen eben nicht nur Sie, sondern am gleichen Tag auch 200 andere Menschen. Deshalb denken Sie nicht, dass ein kleiner Betrag nichts ausmache. In einer Innenstadt sind es die kleinen Beträge, die ganze Existenzen vor der Insolvenz retten. Sie müssen nicht zwei- bis dreistellig bei einem Geschäft einkaufen. Es genügt, dass sie hineingehen, sich umschauen und eine Kleinigkeit kaufen. Damit haben Sie politisch, wirtschaftlich und sozio-ökonomisch mehr erreicht als sie bei einer demokratischen Wahl je erreichen könnten. Wenn immer mehr Menschen immer weniger Geld verdienen, dann fällt das Vertrauen ins Geld, weil es sich nur in fünf Richtungen bewegt und aus diesen Richtungen kommt nichts zurück. Daher kümmern Sie sich darum, dass Sie mit Ihren Ausgaben entscheiden, welcher Laden in einem Jahr steht und welcher nicht.  Shopping & Einkaufen lernen hat viel damit zu tun, wie intelligent eine Gesellschaft ist. Ich bin der Meinung, sie könnte intelligenter handeln, so wie sie jetzt ist.