Law of attraction Youssef Zemhoute

"Jede Anziehung ist wechselseitig." - J. W. Goethe*

Das Thema Anziehungskraft und Attraktivität interessiert uns immer mehr angesichts der beschleunigten Digitalisierung. Die digitale Allgegenwärtigkeit des Lebens, von Wirtschaft und Gesellschaft, ist eine heimische Kultur geworden, die unser Leben zunehmend vereinnahmt. Allerdings ist das Thema Attraktivität grundsätzlich von Interesse, weil sie Aufmerksamkeit ermöglicht. Wer will nicht attraktiv sein? Meistens sind es jene attraktiven Menschen, die sich lediglich wünschen, in Ruhe gelassen zu werden. Wenn sie dann in Ruhe gelassen werden, wünschen sie sich wiederum ihre Attraktivität zurück. Das ist die widersprüchliche Frage. Ist Attraktivität etwas, worüber man selbst die Kontrolle hat? Wie können wir Attraktivität, Anziehungskraft am besten umschreiben?

Goethes Aussage über Anziehung trifft es punktgenau. Wechselseitigkeit spielt bei Attraktivität die größte und wichtigste Rolle. Anziehung gibt es zwischen zwei Punkten, die getrennt und einander entgegengesetzt sind. Dies bedeutet im Falle von zwei Menschen, dass die Anziehung von beiden verspürt wird. So ist es auch mit Erlebnissen, Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen. Ein langweiliges Erleben zieht Überraschungen an, und ein gehetztes Leben zieht die Ruhe an. Wie bemerkt man es? Die Attraktivität des Gegenteils nimmt zu. Es ist nämlich immer eine Spannung zwischen Gegenteilen, die hervortritt. Fälschlicherweise wird populär verbreitet, dass Erfolg Erfolg anzieht, was aber definitiv nicht der Fall ist. Man muss das Gegenteil vom Erfolg kennen und man wird begreifen, was Erfolg anzieht. Da dieser Begriff sehr abstrakt ist, wird es nicht ganz leicht sein. Mühsal bspw. ist ein Gegenteil von Erfolg aus der persönlichen Perspektive ausgesehen. Wer sich abmüht, zieht Erfolg an. Und wer erfolgreich ist, zieht Mühsal an. Das hängt damit zusammen, dass Mühsal etwas Aktives und Erfolg etwas Passives ist. Während Mühsal getan werden muss, kommt Erfolg von selbst. Man kann es weiter in Mikro- und Makrokosmos unterteilen. Bei der täglichen Arbeit kommt man zu Schlüssen, minutenweise, stundenweise, aber es wechselt sich ab. Doch nach jedem kleinen Erfolg bricht eine erneute Mühe in die Arbeit hinein. Größer betrachtet, arbeitet man sich fleißig drei Jahre durch eine Selbstständigkeit und als man gar nicht damit rechnet, kommt ein großer finanzieller Erfolg. In diesem Makrokosmos betrachtet, braucht man nach einem solchen mühselig erarbeiteten Erfolg eine Pause. Man spürt die Müdigkeit nämlich erst, wenn der Erfolg da ist. 

Geld, Reichtum & Vermögen

Die meisten Menschen wollen wissen, wie man finanziell reich wird, Geld "macht" und sich ein Vermögen aufbaut. Das hängt ganz von der Position der Person ab und kann selbstverständlich nicht allgemein beurteilt werden. In jedem Falle wäre es ein Vorteil, wenn man arm ist. Man bedenke nämlich, dass Attraktivität zwischen zwei Gegensätzen entsteht. Um finanziellen Reichtum anzuziehen, muss ein Mensch finanzielle Armut erleben. Und um finanzielle Armut anzuziehen, braucht ein Mensch finanziellen Reichtum. Es geht dabei nicht um reiche und arme Personen, die man anzieht, sondern um Situationen, in die man gerät. Der Wille des jeweiligen Menschen ist entscheidend und muss gefasst werden. Wichtig bei dieser mühseligen Erarbeitung von Werten (Geld ist ein Maßstab für Werte) innerhalb der eigenen Gesellschaft ist, dass man die großen Zahlen ausblendet. Es ist viel wichtiger von 0 auf 1 zu kommen als von 1 auf 1.000.000. Warum sage ich das? Nicht nur wegen der Geldwerbung und den Erfolgstrends in hohen Zahlen und tollen Autos ausgedrückt. Es geht um viel mehr. Von 0 auf 1 zu kommen bedeutet, dass man die Fähigkeit hat, zu handeln und zwar immer wieder aufs Neue. Bewegt man sich ständig von 0 auf 1, entsteht - abgesehen von der Anstrengung - eine vibrierende Resonanz, die man fortan ausstrahlt. Hier würden nun manche sagen, dass man das anzieht, was man ausstrahlt, was aber nicht ganz so stimmt. Man zieht das Gegenteil von dem an, was man ausstrahlt. In oben genanntem Fall wäre das Müdigkeit mit dem Gegenteil der Kraft. Wenn Sie immer kräftig sind, dann ziehen Sie lediglich Müdigkeit an. Wenn Sie aber müde sind, dann kommen Sie nicht umhin Kraft, Energie und Macht anzuziehen. Sie müssen sich nur die Chance zur Regeneration geben, denn bei aller Arbeit, die Sie verrichten, brauchen Sie vor allem einen guten Schlaf.

0 ist Armut, und Reichtum ist 1. Nicht Millionen, und nicht Milliarden. 1 bedeutet Reichtum, denn jeden Reichtum können Sie auf einen einzigen konkreten Willen zurückführen. Und dieser Wille hat nichts mit einem Geldbetrag zu tun gehabt. Nicht einmal, wenn es eine Börsenspekulation war. Wenn Sie das nicht begreifen, dann haben Sie keinen Geschäftssinn. Ein Mensch mit vielen Fragen, sieht überall Antworten, und ein Mensch mit vielen Antworten, sieht überall Fragen. Und ein Kaufmann mit Gewürzgütern zieht Köche an, und Köche ziehen Kaufleute mit Gewürzgütern an. Verstehen Sie? Das bedeutet, dass ein Kaufmann, der Kaufleute anzieht, es nicht wegen seiner Waren tut, sondern wegen etwas anderem. Sie müssen sich fragen, was es ist. Womöglich Ihr Wissen!? Ihr Ruf? Finden Sie es heraus! Ihre Entwicklung hängt davon ab, ob Ihre Attraktivitäten eine Wechselseitigkeit bekommen. Sie dürfen sich niemals mit einer Attraktivität zufrieden geben, sonst bleiben Sie irgendwo hängen und wissen nicht weiter. Sie müssen wechseln. Wenn Sie viel Erfahrung haben, suchen Sie die Erfahrung. Wenn Sie viel arbeiten, geben Sie auch Arbeit. Wenn Sie viel verdienen, lassen Sie andere verdienen. So verstopfen Sie nicht das - ich nenne es mal - Universum, obwohl dieser Begriff im wirtschaftlichen Kontext etwas fehl am Platz ist. Dadurch werden Sie zu einem vertrauenswürdigen Bestandteil universaler Natürlichkeit. Und die besteht nicht nur über eine Konjunktur, sondern über Millionen von Jahren. 

Law of Attraction

Im internationalen Diskurs findet man zahlreiche Beiträge zum "Gesetz der Attraktivität", wobei immer versprochen wird, wie es möglich ist, all die Dinge anzuziehen, die man anziehen will. Natürlich wird es teilweise als Unfug, aber auch als Geheimnis bezeichnet. Mit dem Unfug habe ich aufgeräumt und einiges über die Geheimnisse der Attraktivität erzählt. Nun haben Sie einiges über das Gesetz der Attraktivität gelernt und begriffen, wie ich hoffe. Schließlich existiert es in der Natur, in unserem inneren Kreislauf, sogar im Weltall. Plus und Minus ziehen sich an, wobei Plus und Plus, wie auch Minus und Minus sich abstoßen. Diese physikalische Eselsbrücke radiert jeden Zweifel daran aus, dass Attraktivität zwischen Gegensätzen stattfindet. Es gibt noch viele weitere Geheimnisse, die den Rahmen eines Artikels sprengen würden. In jedem Falle täuschen Sie sich nicht, denn Täuschung führt früher oder später zur Enttäuschung und das ist ungemütlich.

Der beste Umgang mit Attraktivität wäre, sich nicht um sie zu kümmern. Sie haben einen konkreten Beruf, sie haben Aufgaben, die Sie erledigen wollen und Wünsche,  die Sie sich erfüllen möchten, dann tun Sie das. Alles andere passiert von selbst. Was überhaupt kein Mensch kann und niemals können wird, ist, die Reaktionen jenseits seiner Handlungswelt beeinflussen zu können. Wir neigen mit großen Budgets daran zu glauben, aber wir betrügen uns selbst. Ihre Absichten müssen gerade deshalb immer mit Ihrem Beruf und Ihrer Persönlichkeit zusammenhängen. Ihre Absichten dürfen nicht auf einen Lohn, eine Belohnung ausgerichtet sein. Was hieße das sonst? Sie würden Ihre Arbeit um die Werte bringen, die sie erreichen soll. Das heißt, die Menschen werden nicht Ihre Werte erkennen oder eben einen schlechten Wert.

Wirtschaftlich gesehen, gibt es keine bessere Art der Positionierung als das Gesetz der Attraktivität. Es ist wechselseitig und erfüllend. Der Kranke geht zum Gesunden, der Gesunde zum Kranken. Der Unwissende zum Wissenden, der Wissende zum Unwissenden. Der Selbstbewusste geht zum Schwachen, der Schwache kommt zum Selbstbewussten. Das passiert auf Basis des Gesetzes der Attraktivität. Wenn Sie das nächste Mal eine Beziehung (Vertrieb braucht immer Attraktivität, da 1 zu 1) wirtschaftlich begutachten, schauen Sie, wie Sie in der Attraktivität zueinander stehen. Was haben Sie, was ich nicht habe? Was habe ich, was Sie nicht haben? Es geht nicht um Eigenschaften, sondern eben um Situationen, Fähigkeiten, Antworten und um so vieles mehr. Nutzen Sie das Gesetz der Attraktivität auf diese Weise, dann pflegen Sie einen praktischen Umgang innerhalb Ihres Lebens damit anstatt nur zu visualisieren, was Sie sich wünschen. Sie müssen wissen, was Sie sich wünschen, aber vor allem, was Sie wirklich wollen. Und das überprüfen Sie Tag für Tag, denn jeder Tag ist ein Geschenk und der Neubeginn geheimnisvoller Attraktivitäten. 

 

*Source: Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung Quelle: Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 7. Kap.