7 Arten von Armut Youssef ZemhouteDenken wir an Armut, fließen uns Bilder von hungernden Menschen und Obdachlosen durch das Gedächtnis. Wir denken auch an Menschen, die täglich schuften müssen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Was ist jedoch, wenn nicht nur Geld einen zugemessenen Wert hat, sondern eben auch alles andere im Leben eines Menschen? In der folgenden Gliederung möchte ich 7 Arten von Armut umschreiben, um dem Begriff etwas mehr Tiefe und Breite zu geben. Armut bedeutet immer Schwäche und Mangel im Zusammenhang mit einem Menschenleben. Arme Menschen sind bedürftig und zwar nicht nur im finanziellen Sinne.

  1. Die geistige Armut

Wenn der Verstand eine bestimmte Denkweise nutzt und sie gegen alle äußeren und inneren Impulse verteidigt, dann können wir von der geistigen Armut sprechen. Insbesondere Ideologien haben die Eigenart, das sie Menschen infizieren und schwächen. In einer Ideologie kann die geistige Kraft eines Menschen aber nur dann gedeihen und sprießen, wenn sie massiv beschnitten wird.

  1. Die emotionale Armut

Von emotionaler Armut ist die Rede, wenn ein Mensch einen verringerten Gefühlshaushalt hat, den er in einer gewissen Polarität auflöst. Ängstliche Menschen neigen zur Kühnheit und umgekehrt, verbergen sie wiederum ihre Angst, indem sie kühne Handlungen vollziehen. Auch ein freudiger Mensch trauert gelegentlich, um wieder Freude empfinden zu können. Allgemein haben Menschen ein Problem mit einem freien Lebensweg, wenn sie Gefühle nur dann dulden, sofern sie sie beherrschen können.

  1. Die berufliche Armut

Dies bezeichnet die Unfähigkeit eigenen beruflichen Tätigkeiten zu folgen. Viele Menschen, die einer Arbeit nachgehen, können sich etwas anderes kaum vorstellen. Sie leiden unter beruflicher Armut, weil die idealste Vorstellung für sie ein festes Angestelltenverhältnis ist, aus dem sie nicht gekündigt werden können. Meistens haben diese Menschen große Krisen in ihrem Leben und im Schlaf, weil sich ihre Armut in anderen Bereichen ausdrückt.

  1. Die soziale Armut

Wer sind Ihre Freunde? Haben Sie eine intakte Familie oder sind Sie gar verheiratet? Die soziale Armut hat komplexe Formen. Es kann sehr gut sein, dass Sie Familie, Freunde und einen Lebensgefährten haben und dennoch an sozialer Armut leiden. Diese Armut lässt sich nur durch Reisen und Wanderung aufheben. Dadurch legen Sie die Basis dafür, neue Menschen kennenzulernen und in ihr Leben zu lassen. Soziale Armut entsteht, wenn sich Egoismen über lange Zeit einander abreiben und infolgedessen abstumpfen.

  1. Die zeitgenössische Armut

In welchem Jahr leben Sie und wer lebt im gleichen Jahr? Es gibt viele Zeitgenossen, die Ähnlichkeiten in ihren Leben mit uns aufweisen. So kann es sein, dass Sie die eine oder andere Armut aus Ihrem eigenen Leben kennen, weil sie schlichtweg eine geteilte Armut ist. Das, was einem Menschen fehlt, nimmt er ihnen. Dadurch werden Sie ebenso arm wie er, wenn Sie beide nicht lernen, ihre Armut zu erfüllen.

  1. Die öffentliche Armut

Die öffentliche Armut ist in der Öffentlichkeit zu finden. Wer sich mit der konstruierten Öffentlichkeit auseinandersetzt, der wird feststellen, dass die Gesellschaft nur sehr verkürzt ihren Platz in der Öffentlichkeit findet. Diese Armut hat mit einer Sensationsgier zu tun, der wir uns in allen Gesellschaften anzubiedern versuchen. Dadurch wird die öffentliche Armut ein Teil unseres Lebens. Wer sie abwehrt, gilt i. d. R. als Mensch, der hinterm Mond lebt.

  1. Die spirituelle Armut

Als spirituelle Armut bezeichne ich ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sich auf jeden einzelnen Menschen zurückführen lässt. Es mangelt jenem Menschen an spiritueller Kraft, was in einem Minderwertigkeitsgefühl zu erkennen ist. Der Mensch, der Komplexe hat, leidet an seelischer Armut, weil er anstatt in sich selbst zu gehen, seine Antworten bei anderen bzw. außerhalb seinerselbst sucht. Seelische Armut ist die schwerwiegendste Armut, weil kaum jemand sie beheben kann. Zumindest hat man es sehr schwer, wenn man in einer Gesellschaft lebt, in der es um die Flucht vor der finanziellen Armut geht.

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