ZuhörerZuhörer gibt es überall, denn jeder hat, was dazu nötig ist; zwei Ohren. Für das Zuhören braucht ein Zuhörer mehr als seine Ohren. Sie benötigen zum ausgezeichneten Zuhören ein entsprechendes Bewusstsein. In gewisser Weise ist es die feminine und empfangende Seite einer Persönlichkeit, die Ihre Zuhörerfähigkeiten ausmacht. Das Rückgrat des Zuhörens ist nicht nur die Konzentration, sondern vor allem die innere Stille. Wenn Sie still in sich ruhen können, dann sind Sie womöglich ein ausgezeichneter Zuhörer. Im Folgenden finden Sie fünf Merkmale ausgezeichneter Zuhörer.

  1. Ein guter Zuhörer ist schweigsam.

Das bedeutet nicht, dass ein solcher Mensch nie redet. Er verleiht Worten ein hohes Gewicht, was ihn dazu veranlasst, vorsichtiger mit ihnen umzugehen. Sein Bewusstsein ist auf das Gehörtwerden ausgerichtet und daher vermeidet er es lieber. Er macht nämlich die Erfahrung, dass Menschen manchmal hören, was sie hören wollen und nicht, was gesagt wurde. Schweigen hilft dabei, eine konsistente Persönlichkeit langfristig zu befrieden.

  1. Wer viel hört, braucht Humor.

Zum guten Ton gehört nicht nur eine gepflegte Sprache, sondern auch eine Leichtigkeit des Lebens. Sie rührt aus einem tiefen Humor, der so sehr verinnerlicht wurde, dass so gut wie nichts die innere Balance des guten Zuhörers zu stören vermag. Selbst wenn ihn etwas aufregt oder aufreibt, so verarbeitet er es humorvoll in einen Satz um, der ihn selbst zum Lachen bringt. Humor fließt durch das Blut des guten Zuhörers. Zudem nimmt sich der Zuhörer selbst nicht allzu wichtig. Schließlich kennt er genug Menschen, die ohne jeglichen Humor existieren. Das mag er sich selbst nicht antun.

  1. Er ruht in seiner Ganzheit.

Von Urteilen und Selbstbild hält der gute Zuhörer nicht viel. Er weiß nämlich, wie vergänglich das Leben ist und macht sich nichts aus einer Selbstrederei oder überhaupt aus irgendeiner Laberei. Seine Konzentration ist eine geübte Fähigkeit, dessen Basis seine innere Vollkommenheit ist. Er akzeptiert das Leben, wie es ist und er akzeptiert all die Dinge, die uns Stress machen. Ein guter Zuhörer hört auch sich selbst, seinem Körper, seinem Geist und seinem Herzen zu.

  1. Der gute Zuhörer liebt die Wahrheit.

Im Gegensatz zu seinen heißbegehrten Gegnern, den Lügnern, ist der gute Zuhörer ein wahrheitsliebender Mensch. Das mag viele erstaunen, da sie annehmen, dass doch gerade der Lügner zuhören müsse. Letzteres stimmt nicht unbedingt. Droht die Lüge eines Lügners zu scheitern, baut er bereits eine neue Lüge dahinter auf. Den guten Zuhörer rührt nichts außer Wahrheit und die ist selten zu finden, aber sie ist meist auch in einer Lüge für ihn hörbar. Er hat sie zu oft gehört und ist erfreut über den kleinsten Hauch von Wahrheit.

  1. Gute Zuhörer verstehen etwas von Kommunikation.

Das werden Sie selbst merken oder Sie sind bereits ein guter Zuhörer und wissen es schon. Das Zuhören schult die Kommunikationsfähigkeiten eines Menschen im Dauermodus. Sie horchen stets auf, wenn jemand redet und Sie sind dazu fähig, Stil, Ton, Unterton, und zwischen den Zeilen zu differenzieren. Je besser man zuhört, desto leichtert wird Kommunikation. Das hat die Bedingung, dass das Gegenüber ebenfalls gut zuhören kann.

Inwiefern sind Sie ein guter Zuhörer? Spricht Sie einer der Punkte persönlich an? Womöglich berühren Sie einige davon, haben allerdings Schwierigkeiten mit den Punkten. Aus dem schlichten Grund, dass Zuhören manchmal sehr anstrengend sein kann. Das ist es sicherlich, denn wer möchte sich schon die Gedanken, Gefühle und manchmal auch Lügen eines Menschen anhören? Sogar bei Menschen, die einem nahe stehen, fällt das Zuhören schwer. Man kann sich schlichtweg nur noch aus dem Weg gehen und eine zuhörende Kommunikation verweigern. Kommunikation hingegen beginnt erst dort, wo jemand einem anderen zuhört.

Bedenken Sie daher immer, dass Kommunikation gewisse Bedingungen und Ansprüche an die Menschen hegt. Selbstverständlich dürfen Sie auf Kommunikation solcher Art verzichten. Es genügt, Kommunikation auf ein Mindestmaß an Qualität und an die Probleme Dritter zu verknüpfen. Das ist aber keine Kommunikation, sondern ein Geschnatter. In Wirklichkeit hört keiner bei so einem Geschnatter wirklich zu. Wir zählen es zur Kommunikation, weil Worte und Geräusche fallen. Ein wahrhaftiger Austausch findet kaum statt. Das hat Kommunikation zur Folge, wenn sie ehrlich verläuft und ein guter Zuhörer im Spiel ist. So kann sogar aus einem Geschnatter, eine Diskussion über bspw. die Beständigkeit der Liebe entstehen.

Gute Zuhörer sind sehr selten. Kommunikation ist sehr komplex und verlangt dem Menschen große Energien ab. Am meisten denjenigen, die gute Zuhörer sind. Daher führen gute Zuhörer, ein sehr ruhiges Leben. Manchmal laufen sie sogar mit Kopfhörern herum, weil sie es vermeiden wollen, fremde Gespräche mitzubekommen. Ihre guten Ohren können sie nämlich nicht immer kontrollieren. Wenn Sie einem Zuhörer begegnen, dann fragen Sie ihn, weshalb er so ein guter Zuhörer ist. Es hat sehr viel damit zu tun, dass er Menschen gern hat. Hierbei können Sie auch Rückschlüsse auf seinen Gegenpart ziehen. Warum gibt es so viele furchtbare Zuhörer? Weil es leichter ist, Menschen zu verachten als sie zu schätzen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.