KommunikationKommunikation ist das bereicherndste und wichtigste Thema für unser menschliches Zusammenleben. Wir haben unsere Kommunikation auf so vielfältige Art verfeinert und vermehrt, dass es uns auszeichnet. Dabei spreche ich nicht unbedingt vom technologischen Fortschritt, sondern auch von unserer Mehrsprachigkeit. In vielerlei Hinsicht ist Kommunikation das entscheidende Lösungsmoment in schwierigen Zeiten. Wir kommunizieren miteinander, um uns besser zu verstehen.

Der Begriff Kommunikation umfasst alle sprachlichen Interaktionen zwischen Menschen. Er beschreibt aber auch die Interaktion in all ihren Formen. Dazu gehören auch die non-verbalen Kommunikationsformen, Gestik und Mimik. Im verbalen Verständnis dürfen wir von der Linguistik sprechen. Sie untersucht die Sprachen in ihren Grundfesten und erforscht ihre Bedeutungen, Muster, Entwicklungen und ihre Herkunft. Allmählich sind jene Thematiken so stark gewachsen, dass sie eigene Wissenschaften geworden sind. Eine Voraussetzung für Kommunikation ist immer eine Sprache, und dazu zählen wir Zeichen- und Körpersprache.

In jedem Kommunikationsprozess handelt es sich um einen Austausch von Informationen. Eine zentrale Größe ist die Dualität. Sie impliziert den Prozess des Austauschens. Jener Austausch erfolgt zwischen zwei Menschen, zwei Gruppen oder abstrakt formuliert, zwischen zwei Entitäten (1 Mensch <=> 1 Gruppe, 1 Person <=> 1 Nation, etc.). Eine Information kann auch eine einfache Reaktion sein, eine veränderte Einstellung zur Gesellschaft oder zum Leben. Wir haben eine zwiegespaltene Haltung zur Information, weil wir täglich mit Informationen konfrontiert sind. Diese massenmediale Dominanz hat eindrücklichen Einfluss auf unser Leben. Allerdings ist dieser Einfluss der Monotonie der Informationen geschuldet. So sprechen die meisten Informationen mit Hilfe einer sensationellen Gestaltung primär unsere Ängste und Sorgen an.

Kommunikation ist aus unserem alltäglichen Leben nicht wegzudenken. Ohne verbale Kommunikation könnten wir unseren Alltag nicht bewältigen. Sie bildet eine große Kraft, der wir uns unterordnen oder, die wir mitgestalten. Das eigene Potenzial macht man durch Kommunikation erst möglich. Ich nenne dies Autokommunikation. Damit ist der reflexive Prozess – die Kommunikation mit sich selbst – gemeint. Zumeist neigen wir dazu, in unseren Rollen verhaftet, zu kommunizieren. Das macht eine Kommunikation jenseits unserer Rollen schwierig. Wenn wir in der Rolle des arbeitenden Menschen auf unser Privatleben angesprochen werden, ist es uns unangenehm, weil es einen Verstoß gegen das Rollenspiel darstellt.

Autokommunikation ist innerhalb einer Rolle nicht möglich. Sie ist eine sehr intime Angelegenheit, die jeder Mensch mit sich selbst ausmachen muss. Allerdings ist dazu eine Selbstachtung notwendig, um sich diese Mühe überhaupt zu machen. Ein Mensch muss sich unabhängig von seinen Rollen begreifen lernen, um eine Reflexion als würdigend empfinden zu können.

Es gibt zwei Grundansichten über das Leben als Mensch. Entweder man ist der Spielball auf einem großen Feld oder man ist selbst der Spieler im eigenen Leben. Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern um soziale Verhältnisse und ihr Gewicht. So spielen auch die Lebenseinstellungen eine riesige Rolle in Sachen Kommunikation. Kommunikation ist deshalb unangenehm, wenn sie die Grenzen unserer Lebensarten überschreitet und neue Möglichkeiten aufzeigt.

Kommunikation ist jedoch vor allem bereichernd. Der Austausch von Informationen, Aussagen, Gegebenheiten, Geschichten und Möglichkeiten bringt einen unermesslichen Nutzen für jeden Menschen. So ist ein Gespräch über „Gott und die Welt“ nicht als ein bloßes Phrasendreschen zu verstehen. Vielmehr ist es eine ganzheitliche Form der Kommunikation, die unsere Individualitäten wertschätzt. Kommunikation funktioniert am besten, wenn sie Grenzen überschreitet, die soziale Verhältnisse formen. Es ist gewiss bescheiden, zu behaupten, man sei nur ein kleiner Mensch unter vielen, aber nichtsdestotrotz ist man die Hauptfigur in seinem eigenen Leben. Der Mensch als individuelles Geschöpf vermag es, seinen eigenen Weg zu gehen. Warum sollte er es nicht tun?Kommunikation

Sie werden mit dieser Frage viel Kritik ernten und alle möglichen Ängste zu hören bekommen, aber kein Argument wird Ihnen auf den Tisch gelegt, das den einzelnen Menschen wertschätzt. Kommunikation erlangt nur dann höchste Qualität, wenn die kommunizierenden Entitäten ihrer eigenen Qualität gewahr werden. Dies zu verachten, hieße die Bedeutsamkeit des einzelnen Menschen zu missachten. Dadurch ist im Laufe unserer Geschichte das Märchen von der Nichtigkeit des einzelnen Lebens in den Vordergrund getreten. Die Idee der Nation hat stark und zu Ungunsten vieler Völker davon profitiert. Das Leben von Millionen und Milliarden existiert aber nicht, da ein ganzheitliches Erlebnis nur von einem einzelnen Menschen empfunden werden kann.

Man kann auch nicht von einer vernetzten Welt reden, wenn es doch lediglich elektronische Geräte sind, die vernetzter werden. So ist auch die Idee vom vernetzten Weltgedächtnis fatal, weil es eine willige Entscheidung im Kollektiv voraussetzt. Im Sinne der Demokratie kann man sehr wohl von einer demokratischen Abstimmung sprechen, wobei man sich die eingeschränkte Auswahlmöglichkeit vor Augen führen muss. In einer vernetzten Welt funktioniert Kommunikation nicht anders als in unserer fassbaren Welt auf der Straße.

Wenn kein Austausch erfolgt, keine kommunizierende Abwechslung von Gesprächspartnern und ihren Aussagen, dann kann man nicht von Kommunikation im Sinne der Verbindung sprechen. Viel eher handelt es sich um eine Kommunikation, die in der Technologie eingeschlossen bleibt und nie über sie hinausgeht. Es ist eine Scheinkommunikation, weil eben jener Austausch virtuell und nicht linguistisch stattfindet.

Bezüglich der Linguistik kommen wir zum wichtigsten Merkmal der Kommunikation, nämlich der Sprache. Jede Kommunikation findet in einer konkreten Sprache statt. Sobald Sie die Sprache erkennen und verstehen, beginnt der Kommunikationsprozess. Dabei werden Sie auf unterschiedlichen Ebenen angesprochen. In den Kommunikationswissenschaften unterteilt man diese Ebenen in linguistische Kategorien. Ich hingegen bevorzuge eine Unterscheidung auf Bewusstseinsbasis. Im Bewusstsein spielt nicht nur die Sprache eine Rolle, sondern auch der Gefühlshaushalt.

Emotionen sind die Ursachen für die persönliche Motivation im eigenen Leben. Wer nichts fühlt, der lebt nicht, kann man sagen. Gefühle aber sind so wandlungsfähig und komplex, dass wir sie gerne verdrängen und zu bedecken versuchen. Ein Austausch von Gefühlen findet im Kommunikationsprozess dennoch statt. Das stellt sich auch im Freundeskreis dar. Man ist mit Menschen befreundet, die nicht nur ähnlich leben, sondern auch ein verwandtes Empfinden besitzen. „Zeig mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist!“ ist eine Aussage, die dieses Phänomen gut zusammenfasst. In der Tat passen wir uns emotional an unsere Nächsten an, was für unser Leben problematisch oder nützlich sein kann.

Bei der Kommunikation sind Gefühle sehr entscheidend. Wer sich der Gefühle der Menschen nicht vergewissert, wird keinen Zugang zu ihnen finden. Das erschwert die Kommunikation erheblich, weil sie auf einer formellen Ebene bleibt. So macht man aus kommunikativen Events, wie z. B. Meetings, Präsentationen, Schulungen, Unterricht, Gespräche allgemein eine Formalität, die es zu erdulden gilt. Auch bin ich davon überzeugt, dass eine Verbindung, was jegliche Kommunikation letztendlich bezweckt, nur auf emotionaler Ebene erfolgen kann. Optimal wäre ein sachverständiger Ansatz mit emotionalem Anspruch.

In erster Linie nehmen wir Kommunikation nicht als semantische Laute wahr, sondern als Botschaften unserer emotionalen Existenz. In diesem Sinne dürfte die Musik das angemessenste Beispiel darstellen. So sind auch  Menschen, die Musik nicht mögen, i. d. R. auch der Kommunikation abgeneigt. Musik berührt unsere Gefühle so stark, dass sie uns zum Mitschwingen, Mitsingen und Mitmachen animiert. Entsprechend ansteckend ist ein talentierter Redner oder eine meisterhafte Rednerin.

Jemand, der sein Gegenüber achtet, beginnt bereits mit einem freundlichen Willkommenston, in dem auch die Frage nach der Aufmerksamkeit steckt, die ihm geschenkt wird. Er fordert einen Austausch, um eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten, die nicht zu einer Formalität wird. Eine Aufmerksamkeit wird es eben nur dann geben, wenn die Kommunikation eine Verbindung darstellt, und nicht, wenn sie eine Einbahnstraße ist.

In der Theorie mag es sehr einfach klingen, aber das ist es nicht. Um ehrlich zu sein, ist nur derjenige zu einer sehr guten Kommunikation fähig, der sich selber achtet und respektiert. Ein einfaches Selbstbewusstsein genügt nicht. Man muss von einer Selbstgewissheit ausgehen, die von einem Eifer angetrieben wird, nicht von Überlegenheitsgefühlen oder Größenwahn. Ein guter Professor möchte sein Wissen teilen, um eine erfolgreiche Prüfungsphase zu gewährleisten. Ein Kommunikationstrainer will seine Teilnehmer aktivieren und gibt ihnen die Möglichkeit, sich zu artikulieren.

Vertrauen spielt beim Thema Kommunikation ebenfalls eine zentrale Rolle. Allein der Gruß eines fremden Menschen stellt ein ausgezeichnetes Mittel dar, das Vertrauen eines Menschen festzustellen. Ein Fremder, der nicht zurückgrüßt, hegt ein gewisses Misstrauen. Allerdings liegt er auch in der Schuld und wird mit ihr umgehen müssen. Schließlich hat er den Gruß nicht akzeptiert. Ein mangelndes Vertrauen ist der emotionale Makel der Kommunikation. Man darf behaupten, dass ohne Vertrauen jede Kommunikation zum Scheitern verurteilt ist.

Kommunikation ist ein Austausch auf Basis des Vertrauens, bei dem mindestens zwei Menschen sich in einer Sprache austauschen, um innerlich zu wachsen und andere wachsen zu lassen. Kommunikation ist auch der Prozess, um an nützliches Wissen zu gelangen, das man für sein eigenes Leben braucht. An sich ist die zwischenmenschliche Kommunikation eine hochkomplizierte Angelegenheit mit zahlreichen Facetten, über die wir viel forschen und reden können. Das Thema der Kommunikation wird ewig interessant bleiben, weil Kommunikation auch in der Physik existiert, weil es sie sogar in der Quantenphysik, in der Spiritualität, in allen Religionen und unter allen Tieren gibt. Von der Philosophie brauche ich nicht zu reden, weil es sie ohne Kommunikation gar nicht gäbe. Aber eigentlich gilt das für alle Wissenschaften und Erkenntnisse, die wir erworben haben und weiterentwickeln. Sie wären undenkbar ohne Kommunikation.

 

 

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