AngstAngst ist womöglich das Gefühl mit der beliebtesten Resonanz auf unserem Planeten. Es scheint uns so sehr zu begeistern, dass wir nicht genug davon bekommen. Ob es die Angst vor Altersarmut ist, die Angst alles zu verlieren, die Angst ewig einsam bleiben zu müssen, oder die Angst davor, nicht mehr begehrt zu werden auf den vielen Gesehenwerden-Märkten der Welt oder die Angst vor Terror. Das Problem ist wirklich das Gefühl an sich, denn es handelt sich nicht um einfache Sorgen, sondern um tiefgreifende Ängste, die Sie prägen. 

Diese Ängste können sich nach einiger Zeit zu Psychosen (Bewusstseinskrankheiten) und Neurosen (Stresstraumata) entwickeln, die das eigene Leben grundlegend verändern. Zum Schlechten hin versteht sich, weil das Ganzheitsgefühl so stark beschädigt wird, das man es nicht nebenbei wiederherstellen kann. Einen gesunden Umgang mit Angst pflegen wir nicht, weil wir sie als existenziell erachten. Das ist sie jedoch nicht, wie Sie im Folgenden merken werden.

Von all unseren Gefühlen ist die Angst das hässlichste Gesicht, da es stets die Angst ist, die uns zu grausamen Dingen verleitet. Sie ist auch eine vollständige Einbildung, die unsere Wahrnehmung und unseren Kreislauf stört. Wer sich fürchtet, der wird alles tun, was ihm seine Ängste aufzwingen. Ein ängstlicher Mensch handelt also niemals frei. Die Basis seines Handelns ist das Gefühl der Angst. 

Was nützt uns dieses Gefühl? Außer das kreative Ausmaß oder gar die selbsterhaltenden Mechanismen einer ängstlichen Psyche fordert sie nichts Großartiges. Sie ist ein kathartisches Gefühl mit nützlichen Elementen, aber auf Dauer ist sie schädlich. Sie paralysiert nämlich. Wenn jemand nachts vor Sie springt mit einem Messer in der Hand, sind Sie erst einmal paralysiert und bewegungsunfähig. Das macht die Angst. Tausende Gedanken rennen Ihnen durch den Kopf, aber keiner enthält eine Lösung für das Problem. 

Wenn Sie ängstlich sind, tun Sie übrigens auch, was man Ihnen sagt. Sie sind kontrollierbarer. Ihr Handeln wird skalierbar. Man kann Sie in Ihrer Berechenbarkeit verstehen. Und man weiß auch, dass Sie dies und jenes niemals tun würden. Dazu haben Sie ja zu viele Ängste. Es ist das beste Gefühl, um jemanden zu kontrollieren. 

Sie umschreibt die Möglichkeiten etwas zu verlieren, etwas zu erleiden oder eine unangenehme Erfahrung zu machen. Darin ist ein Urteil über die Zukunft enthalten. Ihre gesamte Erwartungshaltung wird durch Angst mitbestimmt. Förmlich warten Sie auf das Eintreten von Murphys Gesetz. [„Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“] Ein trauriges Leben, weil Sie weder im Hier, noch im Jetzt leben. Sie leben in Ihren Ängsten, die allesamt eingebildet sind. 

In Selbsttherapie gibt es eine Methode, mit der man seine Ängste los wird. Die Bedingung für diese Methode jedoch ist, dass Sie sie alleine durchziehen. Ängste sind zwar eingebildet, aber dadurch, dass sie das Bewusstsein vieler Menschen bewohnen, sind sie sehr präsent in unserem Alltag. Menschen werden sogar aufgrund ihrer Ängste „getriggert“ (aktiviert), so dass Sie unangenehme Erinnerungen in sich hervorrufen. 

Sie lehnen sich erstmal zurück und setzen sich mit Ihrer Angst auseinander. Dabei kosten Sie Ihre gewaltigste Angst bis zum Schluss aus, in Gedanken und öffnen am Ende Ihre Augen. Die Realität mag eintreten, aber Sie sind jetzt mental auf die Realität vorbereitet. Später – gesetzt dem Fall, dass Ihre Angst eine reale Verkörperung bekäme – werden Sie sich über die Unterworfenheit des Lebens gegenüber Ihrem Bewusstsein wundern. Sie werden nämlich merken, dass Ihre durchdachte Angst wesentlich grauenhafter war als das Ereignis an sich. Woran liegt das?

Nun die Angst ist ein Gefühl, und Ihre Gefühle gehören Ihnen. Sie können jedes Gefühl empfinden, wann und wo und wie Sie möchten. Unabhängig vom konventionellen Zwang der Gesellschaft, denken Sie daran, das Gefühle in Ihrem Inneren beginnen und nach außen drängen. Was Sie nicht tun dürfen ist, äußere Gefühle nach innen zu ziehen. Meistens saugen Sie dabei nur Ängste in sich auf, die Sie überhaupt nicht brauchen. Vielleicht sind Sie ja mal mit einer Straßenbahn morgens um 7:00 Uhr gefahren und wissen, wovon ich rede. 

Sie wissen es ganz bestimmt, denn das Gefühl der Angst ist so allgegenwärtig wie die Zeit. Das tragischste Gesetz der Angst ist, dass Sie sich indirekt dem unterwerfen, wovor Sie sich fürchten. Das ändert aber überhaupt nichts an Ihrem Leben außer, dass Sie irgendwann an Gefühlsarmut und anschließend starken Depressionen leiden. Angst duldet nämlich keine anderen Gefühle neben sich und breitet sich sehr stark aus. Sie wird Sie isolieren, aufspalten und zu Dingen zwingen, die Sie nicht tun wollen, weil sie Sie oder andere entwürdigen. 

„Ja, was soll das denn jetzt? Wollen Sie sagen, das man ohne Angst leben kann? Dann ist man ja zu allem fähig.“ Ja genau! So ist ein Mensch ja auch veranlagt, oder warum ist das Lernen so ein großer Bestandteil unseres Lebens? Sie sind aktiver und voller Energie, haben aber keine Angst mehr. Nur Sorgen und etwas Vorsicht, die aber weit davon entfernt sind, Ängste zu sein. Ängste umklammern Ihr Gemüt. Sie sind Feuerteppiche Ihres Handelns und sie legitimieren Gewalt. 

Aufgrund unserer Erinnerungen kann jeder Mensch mal alte Momente der Angst hervorrufen oder sich erschrecken, oder rot werden, aber Angst muss wirklich nicht sein. Ein ausgewogener Gefühlshaushalt ist gesünder. Das Problem ist, das Angst den Gefühlshaushalt dauerhaft aus dem Gleichgewicht hebt. Die Angst schaut nur auf den Mangel, den Verlust, das Fehlen, das Zerstören. Hören Sie mal Radio! Das ist eine Berichterstattung der Angst. Letztendlich bringen sich 6,9 Mrd. Menschen auf der Welt nicht um. Einige verbünden sich und erzeugen neue Gesellschaften. Andere versöhnen sich und legen die Waffen nieder. Ohne Angst sieht die Welt ganz anders aus. Das Leben fängt übrigens auch dort an, wo es keine Angst gibt. 

Wie sehen Sie das? Wie gehen Sie mit Ihren Ängsten um? Können Sie sich vorstellen angstfrei zu leben? Wenn nicht, wer hindert Sie daran? 

 

[Nutzen Sie meine speziellen Dienstleistungen!]

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.