Kommunikationsproblem: Das ZurechtweisenDas Zurechtweisen. In den meisten zwischenmenschlichen Beziehungen kann es u. U. zu Konflikten kommen, die nicht lösbar sind. Das hat damit zu tun, dass eine Beziehungsperson mutmaßlich etwas verbrochen bzw. gegen eine Regel verstoßen hat. Allerdings ist das nicht das einzige Merkmal. Es gibt Situationen, in denen man sich gezwungen sieht, gewisse Handlungen vorzunehmen, die man nicht vornehmen will. Das führt dann zum Tadel.

Tadeln oder Führen in KMU

Ich rede vom Zurechtweisen einer bestimmten Person. Basis für diesen Akt ist der Charakter einer Person, der sich in einer bestimmten Handlung darstellt. Wir weisen am liebsten Kinder zurecht, weil sie keines Mutes entbehren und vieles ausprobieren. "Fass die Herdplatte nicht an! - Wenn du noch einmal in der Schule fehlst, gibt es Schläge! - Das machst du nicht nochmal!" usw. usf. Aus jenen Kindern werden Erwachsene, die Angst vor Zurechtweisungen durch Autoritätspersonen haben. Das kann der Vermieter/Pächter sein, der Professor an der Universität, der Arbeitgeber oder auch ein Vorgesetzter.

In jedem Falle ist es eine unangenehme Situation, weil die Personen sich in ihre Kindheit zurückversetzt empfinden. In einigen Berufen nennt man es Zurechtweisen, in anderen auch Rüge, Tadel oder Schelte, falls Sie nachweislich einen dienstlichen Regelverstoß begangen haben. In gewisser Weise möchte man mit Hilfe des Zurechtweisens festlegen, dass Ihre Handlung nicht erneut zu Tage tritt. Dazu dient auch ein so genanntes Mitarbeitergespräch oder ein Beiseitenehmen im Foyer.

Das Zurechtweisen müssen Sie als Mensch, für Ihre Würde und Ihre Entwicklung wertschätzen. Es ist unangenehm, weil die Menschen sich nicht wie Kinder fühlen möchten. Dabei macht jeder Fehler, nicht nur der Gerügte, sondern auch der Rügende. Das ist die Kehrseite der Medaille.

Kennen Sie Menschen, die andere zurechtweisen und rügen? Ganz bestimmt. Dabei ist eigentlich das Zurechtweisen für beide unangenehm. Einige Individuen finden große Freude daran. Ich möchte hier nicht anführen, weshalb es so ist. Das sprengt den Rahmen. Ich möchte Ihnen nur mitteilen, wie Sie solche Menschen umgekehrt rügen. Meistens befinden jene Persönlichkeiten sich in der Hierarchie weit über Ihnen. Das heißt aber nicht, dass Sie sie nicht zurechtweisen dürfen. Tatsächlich sind Sie von der Verfassung dazu aufgefordert, sich Ihrer eigenen, persönlichen Würde zu erwehren.

Wenn Sie Ihr Vorgesetzter also einberuft und Sie im wahrsten Sinne des Wortes auseinandernimmt, dann erdulden Sie es und geben Sie am Ende des Gesprächs zum Ausdruck, dass Sie seinen Ausdruck verletzend fanden. Wenn er einsichtig ist, entschuldigt und korrigiert er sich sanftmütig, wenn nicht, dann hat er ein ernsthaftes Problem. Vom Zurechtweisen ist die Rede, wenn jemand eine fehlerhafte Handlung nimmt und Sie fehlerfrei zurückgibt.

Ist das Gespräch jedoch so, dass man u. U. Ihre Betriebsgeschichte herauskramt, Ihre Krankengeschichte, Ihre Leistungen, etc., dann können wir nicht mehr vom Zurechtweisen sprechen. Das naht dann schon an einer subtilen Drohung. Dann dürfen Sie wiederum Ihr Gegenüber - in welcher Position es sich auch immer befindet - zurechtweisen. Sie tun es dann aber bitte höflich, weil Höflichkeit die Basis jeder Beziehung ist und KEIN Zeichen von Schwäche. Sagen Sie ganz klar, wozu Sie stehen! 

Es gibt einige wenige Führungskräfte, die Autoritätspersonen ohne Status sind. Wenn jene Sie zurechtweisen, werden Sie das erst bemerken, wenn das Gespräch vorbei ist. Das sind Menschen, die sich sehr freuen, wenn Sie sie auf ihre Fehler aufmerksam machen. Sie sind selbstbewusst und hochkonzentriert, weshalb ihnen vieles entgeht. Deswegen scheuen Sie sich nicht davor, mit diesen Menschen zu kommunizieren. Sie erachten Hierarchien als systemrelevante Erleichterungen, nicht als Gipfel ihrer persönlichen Karriere.

Das Zurechtweisen kann sich zu einem Kommunikationsproblem entwickeln, muss es aber nicht. Womöglich denken Sie, dass es nicht okay ist, einen Vorgesetzten zurechtzuweisen. Da ist das Kommunikationsproblem vorprogrammiert, vielleicht auch mehrere. Das mag sein. Als Fremder in Ihrem Leben kann ich es allgemein nicht beurteilen. Wenn Sie bei der Bundeswehr sind, womöglich sogar an der Front und Ihr Offizier Sie anschreit, dann glauben Sie mir, geht es um Leben und Tod. In einem Büro oder in einer Universität, in der Sie viel Zeit verbringen, gehört eine militärische Kommunikation nicht hin. Der Kontext muss angemessen sein.

Jetzt fragen Sie sich, ob es nicht doch schon besser wäre, dieses Kommunikationsproblem einfach zu verschlucken und den Mund zu halten. Das dürfen Sie tun. Um ehrlich zu sein, haben das viele Menschen getan und tun es bis heute. Allerdings müssen Sie auch mit den psychischen Konsequenzen leben, sich derer zumindest bewusst sein. Die Wut in Ihrem Bauch wird Sie innerlich zersetzen und deformieren. Sie können innerlich so verwahrlosen, dass Sie Ihre Beziehungen  im Privatleben zerstören, weil Sie nicht dort ventilieren, wo man Sie als Ventil benutzt hat. Ehen, Kindheiten, Freundschaften, Bekanntschaften und Karrieren werden zerstört, was Sie sicherlich aus Ihrem eigenen Freundeskreis heraus erkennen können.

Sie müssen sich selbst die Frage stellen: Will ich gebeugt altern oder stramm leben? Diese Entscheidung treffen Sie in erster Linie für sich selbst, aber auch für Ihre Nächsten.

Ich würde Ihnen gerne ein Fallbeispiel anonymisiert mitteilen. Person A arbeitete im Unternehmen X und hatte einen Vorgesetzten B. B war ein Abteilungsleiter, der mit A nicht viel zu tun hatte. A ist in der Abteilung sehr beliebt und ohne Frage als der effizienteste Mitarbeiter zu bezeichnen. Das schon seit über sechs Jahren. Nun ruft B A zu sich ins Büro und A rechnet mit einer Beförderung. Stattdessen wird A mit einer Verleumdung konfrontiert, die B von C hat. C ist eine Führungskraft. C ist beim Gespräch nicht dabei. A regt sich auf und weist alle Vorwürfe zurück, fragt auch, was das Gespräch soll. Infolgedessen wird er zurück zu seinem Arbeitsplatz geschickt und erhält eine Verwarnung per Email und einen Tadel von der Führungskraft C in einem gesonderten Gespräch am Tag darauf. A streitet sich nicht mehr und wird auch von seiner Leistung her schlechter. A's Privatleben erlebt ebenfalls einen Fall. Seit dem Ereignis hat Person A seinen Lebenspartner ignoriert. Der Lebenspartner streitet sich mit A und stößt auf eine Mauer. Allmählich distanzierten sich beide voneinander und trennten sich auch nach einem Jahr. Person A frustrierte das so sehr, dass er auf der Arbeit absichtlich viele Fehler machte und den Konflikt mit C suchte. Dazu kam es. C tadelt und tadelt, aber A zieht den Konflikt ins Betriebsklima. A wird zu einem magnetischen Feld des Konflikts, beschwert sich beim Betriebsrat und ignoriert Person B, die Abteilungsleitung. C ist frustriert, wird zu B gerufen und kommt mit rotem Gesicht hinaus. Person A wurde beurlaubt, aber war nach ihrer Rückkehr immer noch feindselig. Person A entwickelte in der Urlaubszeit einen latenten Alkoholismus. Jeden Morgen nach dem Urlaub trank sie ein bisschen, um es ins Büro zu schaffen. Nach Monaten mäßigte sich ihr Gemüt und sie arbeitete wie zu Anfang, man kann aber nicht mehr mit ihr über die Arbeit sprechen, weder firmenintern, noch -extern. Person A hat nach weiteren Monaten der Depressionen eine neue Stelle gefunden und gewechselt.

Eine solche Geschichte ist zwar ein Extremfall, aber sie ist günstig schnell verlaufen. Es gibt Menschen, bei denen die Verarbeitung 10 bis 15 Jahre dauert. Hier nur 2,5 Jahre. In diesem Fall war der Partner von Person A das entscheidende Moment, wie übrigens es oft die Partner und Partnerinnen sind, die - absichtlich oder nicht - Stabilität ins Leben bringen. Auch hat sich die Person A ignorant, aber nicht gewalttätig gegenüber ihrem Partner verhalten. Vom Charakter her ist es eine solide Person gewesen, die in ihrem beruflichen Leben überrascht wurde und sich nicht zu helfen wusste. Auch sind die betrieblichen Beziehungen sehr verneidet und kompliziert gewesen. Person A hatte eine ungeheure Sympathie im Betrieb, nur eben nicht bei B und C, die nach seinem Abstieg in ihren extrovertierten Verhaltensweisen aufblühten. Erstaunlich was ein Kommunikationsproblem alles ändern kann, nicht wahr? Ich kooperiere gerne mit Beratern und Beraterinnen aus Düsseldorf und Umgebung. Ich bin selbst Berater für KMU in Düsseldorf und Umgebung, aber auch in Hamburg. Schauen Sie unter meinen Dienstleistungen und werden Sie fündig! Ich bin besonders an Familienunternehmen interessiert, die ich mit meinen Fähigkeiten unterstützen darf.

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